Datenbank der im Sklavenhandel involvierten Schweizer



Bidermann Jacques


Der Winterthurer Jacques Bidermann arbeitete ab 1762 im Genfer Baumwollhaus seines Onkels Jakob. Dort heiratete er eine Odier und gründete mit Familienangehörigen seiner Frau 1781 die international tätige Handelsfirma „Senn, Bidermann & Cie.“, welche besonders im Textilhandel tätig war. 1783 wurde der Hauptsitz von Genf nach Brüssel später nach Paris verlegt. Die Firma war hauptsächlich auf den Ostindienhandel spezialisiert. In Paris gründete er 1789 unter Beteiligung der Handelsfirma seines Vaters und seines Bruders, der „Jacob & Andreas Bidermann & Cie.“, die im Baumwoll-Überseehandel tätige „Société pour le commerce aux Indes orientales“, auch „Société maritime Suisse“ genannt. Diese Gesellschaft machte 1794 bankrott, nach dem Verlust von 13 Schiffen. Bidermann wurde zum Leiter eines Konzerns, der sieben Firmen mit Sitzen in Genf, Paris, Bordeaux, Wesserlingen, Ostende, Kalkutta und Pondichéry umfasste und rief eine „Schweizerisch-Ostindische Kompanie“ ins Leben. Seine Spekulationen ruinierten ihn finanziell. Dennoch konnte er 1814 seinem Sohn James Anton ein Grundstück in Kentucky überschreiben, um so diese Vermögenswerte vor dem Konkurs zu retten. Dazu gehörte neben dem Grundbesitz welcher von einer Genfer Bankfirma verwaltet wurde, eine Beteiligung an einer Pulvermühle des Pariser Freundes Du Pont de Nemours.


Zeitraum: 1751 - 1817

Woher: Winterthur ZH | Zürich (ZH)

Wo und wie tätig: Paris, Genf, Bordeaux, Brüssel, Marseille, Frankreich, Bank- und Kreditgeschäfte Handel

Als was tätig: Financier, Händler

Quellen:
Delobette Edouard, Ces Messieurs du Havre. Negociants, commissionnaires et armateurs de 1680 a 1830, Doctorat de l’Université de Caen, Caen 2005, S. 1369-1370.

Fässler Hans, Reise in Schwarz-Weiss. Schweizer Ortstermine in Sachen Sklaverei, Zürich 2005, S. 267-268.


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