Datenbank der im Sklavenhandel involvierten Schweizer



Pelloutier Hans-Ulrich


Hans-Ulrich Pelloutier gründete zusammen mit Kuster 1765 in Nantes eine Indienne-Manufaktur, mit seinen Tüchern belieferte er Sklavenschiffe. Ausserdem war er Teilhaber der Firmen „Kuster & Pelloutier“, später umbenannt in „Pelloutier, Bourcard & Cie.“, welche neben der Indienne-Manufaktur mit Waren aus den französischen Kolonien handelten: Kaffee, Zucker, Kakao, Baumwolle, Farbstoffe. Spätestens seit den 1780er Jahren betätigten sie sich auch als Reeder, unter anderem des Sklavenschiffs „Le comte de Tréville“ mit Ziel Goldküste und Saint-Domingue, welches 1784 und 1785 noch einmal auslief. Dafür lieferten sie auch einen Teil der Ausrüstung, darunter Indiennes und Kaurismuscheln. Nach dem Tod von Hans-Ulrich Pelloutier 1789 übernahm dessen Sohn Ulric Auguste (1768-1818) seinen Anteil. Ab 1793 schien das Geschäft mit den Antillen immer schlechter zu laufen und Bourcard zog sich vermutlich aus der Firma zurück. UlrichAuguste Pelloutier führte das Handelshaus und die Reederei weiter und übergab sie 1818 bei seinem Tod seinem Sohn Hippolite. Die Indienne-Manufaktur wurde 1802 an „Favre, Petitpierre & Cie.“ verkauft.


Zeitraum: 1729 - 1789

Woher: Basel BS | Basel Stadt (BS)

Wo und wie tätig: Nantes (Frankreich), Frankreich, Handel Indienneure Bank- und Kreditgeschäfte

Als was tätig: Händler, Indienneur, Reeder von Sklavenschiffen

Quellen:
David Thomas / Etemad Bouda / Schaufelbuehl Janick Marina, Schwarze Geschäfte. Die Beteiligung von Schweizern an Sklaverei und Sklavenhandel im 18. und 19. Jahrhundert, Zürich 2005, S. 24-26.

Denzel Markus A. (Hg.), Der Preiskurant des Handelshauses Pelloutier & Cie. aus Nantes (1763-1793), Stuttgart 1997, S. 21-41.


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