Datenbank der im Sklavenhandel involvierten Schweizer



Clavière Etienne


Die Hugenotten-Familie Clavière stammte ursprünglich aus Gap. Etiennes Vater, Jean-Jacques Clavière floh 1724 nach Genf und wurde Genfer Bürger. EEr war aktive im Gewebehandel und erziehlte insbesondere 1746 grosse Gewinne durch den Verkauf von Stoffen an die Compagnie des Indes. Bevor Etienne in der Firma des Vaters aktiv wurde, absolvierte er eine Lehre in Deutschland, Holland und England. Nach dem Tod seines Vaters erbte Etienne ein beachtliches Vermögen. Dieses Vermögen vermehrte er durch Spekulation mit Aktien der „Französischen Ostindien-Kompanie“, welche die Sklaverei auf Réunion und Mauritius eingeführt hatte. Vermehrt wurde Etienne politisch aktiv. 1788 gründete er gemeinsam mit Jacques Pierre Brissot die Société des Amis des Noirs. Ziel war die Abolition des Sklavenhandels und die langsame Aufhebung der Sklaverei. Die Société war jedoch der Kolonialisierung positiv gesinnt. Die Mitglieder betrachteten die Kolonialisierung Afrikas als langfristig wirtschaftlich rentabler als die Weiterführung der Plantagenwirtschaft in der Neuen Welt. Statt dessen sollte Frankreich sich Territorien in Afrika aneignen, da der Kontinent als reich an Rohstoffen und produktiv für die Landwirtschaft galt. Um jedoch Afrika zu bewirtschaften brauche es Arbeitskräfte. Diese Arbeitskräfte sollten aber keine Sklaven sein, sondern freie Menschen, die von den Franzosen durch Bildung und Erziehung profitieren sollten. Etienne war von 1792 bis 1793 Finanzminister Frankreichs. 1793 wurde er verhaftet und beging im Gefängnis Selbstmord


Zeitraum: 1735 - 1793

Woher: Genf GE | Genf (GE)

Wo und wie tätig: Genf GE, Schweiz, Bank- und Kreditgeschäfte Abolitionist

Als was tätig: Aktionär im Dreieckshandel, Abolitionist

Quellen:
Fässler Hans, Reise in Schwarz-Weiss. Schweizer Ortstermine in Sachen Sklaverei, Zürich 2005, S. 268.

André Gür, Quête de la richesse et critique des riches chez Etienne C. In: Jacques Berchtold und Michel Porret, Être riche au siècle de Voltaire. Genève 1996. S- 98-100


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