Datenbank der im Sklavenhandel involvierten Schweizer



Faesch Isaak


Isaak Faesch - der Onkel von Johannes und Johann Jakob Faesch - stammte aus einer Basler Patrizierfamilie und lebte zunächst mit seinem Bruder Johann Rudolf Faesch in Amsterdam. Dort war er zuerst aktiv in verschiedenen Kriegsdiensten und arbeitete danach in der Handelsfirma seines Bruders, jedoch mit wenig Erfolg. Von 1735-40 war er im niederländischen Kolonialdienst als Kommandant der Insel St. Eustatius und 1740-1758 Gouverneur von Curaçao, Bonaire und Aruba. Seine Aufgaben waren einerseits die Schlichtung von Streitereien zwischen Kaufleuten und die Verteidigung der Inseln und andererseits die Kontrolle über das Wohlverhalten der Sklaven. Er besass mehrere Dutzend eigener Sklaven, die meisten arbeiteten auf der kompanieeigenen Plantage „Hato“. Auf „Hato“ kam es 1750 zu einem Sklavenaufstand, der sich auf die ganze Insel ausweitete. Faesch liess den Aufstand brutal niederschlagen und liess 47 Sklaven köpfen. Ihre Köpfe wurden auf Pfählen am Hafen zur Schau gestellt. Er selbst verlor beim Aufstand 39 Sklaven und schrieb, man habe ihn finanziell ruiniert. Faesch beteiligte sich zusammen mit Johann Jakob Hoffmann am Handel mit Kolonialwaren wie Zucker, Kaffee, Tabak, Kakao, Silber und Gold. Bei seinem Tod hinterliess er ein grosses Vermögen.


Zeitraum: 1687 - 1758

Woher: Basel BS | Basel Stadt (BS)

Wo und wie tätig: Aruba, Bonaire, Curaçao, St. Eustatius, Karibik, Kolonialdienst Sklavenhalter

Als was tätig: Kolonialbeamter, Plantagenbesitzer, Sklavenhalter

Quellen:
David Thomas / Etemad Bouda / Schaufelbuehl Janick Marina, Schwarze Geschäfte. Die Beteiligung von Schweizern an Sklaverei und Sklavenhandel im 18. und 19. Jahrhundert, Zürich 2005, S. 80-82.

Debrunner Hans Werner, Basel und der Sklavenhandel, Basler Stadtbuch 1993, S. 95-101.


Zurück zur Übersicht

cooperaxion.org

© Copyright 2012 - 2020 cooperaxion.org - Optingenstr. 12, 3013 Bern, T +41 31 535 12 62, info@cooperaxion.org | Datenbankentwicklung & Design: webtek.ch