Liste der im Sklavenhandel involvierten Schweizer

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   Bourcard Christophe
   1766 - 1815
   Basel BS
   Basel Stadt (BS)
   Nantes (Frankreich)
   Financier, Reeder von Sklavenschiffen
   Frankreich
   Bank- und Kreditgeschäfte
Handel
   Christophe Bourcard war der Sohn von Christoph Burckhardt-Merian, und gründete 1790 in Nantes die Firma „Bourcard Fils & Cie.“ ,mit welcher er sich hauptsächlich im Indiennes-, Sklaven- und Kolonialwarenhandel betätigen wollte. Die Firma wurde dank Kapital von Familienmitgliedern und Bekannten, wie den Brüdern Jean-Jacques und Christoph Merian aus Basel ermöglicht. Zwischen 1783 und 1818 beteiligten sich die Firmen „Christoph Burckhardt & Sohn“, „Christoph Burckhardt & Cie.“ sowie „Bourcard Fils & Cie.“ an insgesamt 21 Sklavenhandelsexpeditionen, welche total etwa 7'350 afrikanische Sklaven nach Amerika verschifften, von denen ungefähr 1'000 auf der Überfahrt starben.
Neben der Anteilnahme an Sklavenschiffen war „Bourcard Fils & Cie.“ auch im Handel mit Kolonialwaren aktiv, besonders als Vermittler im Kauf und Verkauf von Waren aus Saint Domingue im Dienst von „Christoph Burckhardt und Sohn“.
Im Vergleich zu seinem Vater und Grossvater übernahm Christoph Bourcard grössere Anteile an den Sklavenexpeditionen, besonders beim Schiff „L’Intrépide“. Diese stellte sich jedoch durch eine Kombination von Unwetter, hoher Sterberate unter den Sklaven und einem Zerfall des Sklavenpreises als finanzielles Fiasko heraus. Durch den finanziellen Verlust wurde die Firma abhängig von der Unterstützung der väterlichen Firma in Basel. Trotzdem beteiligte sich Christoph Bourcard 1815 an zwei weiteren Expeditionen: Der „Petite Louise“ und der „Cultivateure“. Laut Schlussabrechnung der „Cultivateur,“ wurden 519 Sklaven in Afrika gegen europäische Waren eingetauscht. Davon starben 21 bei der Überfahrt; 6 wurden als Lohn beziehungsweise Gewinnbeteiligung an höhere Schiffsoffiziere abgegeben. Der Sklavenverkauf in Amerika brachte der Firma „Bourcard Fils & Cie.“ einen Gewinn von über 16'000 Francs ein, was einem Profit von 83% entsprach.
Christoph Bourcard hat diesen Gewinn nicht mehr miterlebt. Finanziell am Ende beging er im Oktober 1815 Selbstmord.
   Stettler Niklaus / Haenger Peter / Labhardt Robert, Baumwolle, Sklaven und Kredite. Die Basler Welthandelsfirma Christoph Burckhardt & Cie. in revolutionärer Zeit (1789-1815), Basel 2004 (mit Familienstammbaum).
   Haenger Peter / Labhardt Robert, Basel und der Sklavenhandel: Das Beispiel der Burckhardtschen Handelshäuser zwischen 1780 und 1815. In: Bott Sandra / Thomas David et.al, Suisse-Afrique: 18ème - 20ème siècles: De la traie des noirs à la fin du régime de l’apartheid, Münster, S. 32-41.
   
   
   
   


 





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