Liste der im Sklavenhandel involvierten Schweizer

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   Pierre Peter Thellusson
   1735-1797
   Genf
   Genf (GE)
   London
   Bank- und Kreditgeschäfte, Kolonialwarenhändler
   Übriges Europa
   Bank- und Kreditgeschäfte
Handel
   Peter Thellusson war der Sohn von Isaac de Thellusson. Er ging 1760 nach London, wo er als Händler und Bankier tätig wurde.
Um sein Geschäft aufzuziehen hatte er zusätzlich zu den Familienbeziehungen einen Kredit der Bank Thellusson und Necker. Diese wurde zu dem Zeitpunkt von Jacques Necker und George Tobie Thellusson, dem Bruder von Peter, geführt.
Seine Geschäfte spielten sich hauptsächlich im Umfeld des Sklavenhandels ab.
Eine wichtige Tätigkeit war die Kreditvergabe an Plantagenbesitzern in den karibischen Kolonien, hauptsächlich auf den Inseln Grenadines, Guadeloupe und Martinique. Oft war eine Kreditvergabe an Bedingungen geknüpft, wie der Kauf einer bestimmten Menge von Sklaven, da dies als ausschlaggebend für eine rentierende Plantage betrachtet wurde, oder auch die Bedingung des Verkaufs des landwirtschaftlichen Ertrags an Thellusson. Im Falle des Bankrottes seiner Gläubiger fiel der Besitz an Thellusson. Daher war er für kurze Zeit Plantagenbesitzer, jedoch stets mit dem Ziel, diese baldmöglichst zu verkaufen.
Ebenso handelte Thellusson mit Kolonialwaren, insbesondere Zucker, Kaffee, Kakao und Baumwolle. Diese stammte entweder von seinen Gläubigern, oder Kunden, welche Thellusson mit dem Verkauf auf Kommission beauftragte.
Um den Profit mit dem Zuckergeschäft zu maximieren, beteiligte er sich ebenso mit Krediten an der Konstruktion und Unterhalt von Zuckerraffinerien in England.
Auch am Sklavenhandel an sich war Thellusson beteiligt. Einerseits bot er sich für Ausrüsterer für die Beschaffung von Perlen und Kaurimuscheln an, welche als Tauschmittel gegen Sklaven in Afrika verwendet wurden. Andererseits vergab Thellusson Kredite an Ausrüsterer von Sklavenschiffen wie Campbell und Hayes. Da sich diese Ausrüsterer zeitweise verschuldeten und die Kredite nicht zurückbezahlen konnten, wurde Thellusson der Besitz von Schiffen überschrieben. Dazu gehörte beispielsweise 1766 das Schiff Penelope, welches 300 Sklaven von Anomabu (Ghana) nach Kingston (Jamaika) deportierte.
Eine weitere Tätigkeit bezog sich auf die Versicherungen von Schiffen. Dabei konzentrierte er sich auf die Warenschiffe, welche Kolonialwaren von der Karibik nach Europa transportierten.
Nach seinem Tod übernahmen Peters Söhne Peter Isaac Thellusson und George Woodford Thellusson das Geschäft. Ein wichtiger Teil ihres Geschäfts blieb der Karibische Handel, besonders durch die Versicherung von Schiffen.
   Susanne Seymour and Sheryllynne Haggerty, Slavery connections of Brodworth Hall (1600-c. 1830) Final Report for English Heritage. 2010. http://www.english-heritage.org.uk/publications/slavery-connections-brodsworth-hall/slavery-connections-brodsworth-hall.pdf
   
   
   
   
   www.gen-gen.ch


 





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